Besitz ist etwas, nach dem Viele streben. Sei es das neue Handy, das super schonende Bett oder aber das große, gemütliche Haus. Viele Menschen glauben, dass ihr Leben durch verschiedene Besitztümer angenehmer werden wird.

Ich mache gerade die gegenteilige Erfahrung.
Mein ganzer Besitz engt mich ein. Immer wieder entdecke ich Dinge. Dinge, die ich mal zu brauchen glaubte. Mittlerweile muss ich feststellen, dass ich vieles davon gar nicht benötige.

Zu viele Kleidungsstücke füllen meinen Kleiderschrank. Ein paar Fehlkäufe, ein paar Dinge, die ich wirklich trage und noch dazu ein paar, die mir eigentlich nicht mehr passen. Doch warum habe ich sie dann noch? Weil ich ja vielleicht abnehme und sie mir dann wieder passen werden? Ich mir dann keine neuen kaufen muss? Oder vielleicht sogar aus sentimentalen Gründen?
Eigentlich ist alles davon Unsinn. Die alten Kleidungsstücke, die man nie wieder tragen wird, wenn man ehrlich zu sich selbst ist, sollte man einfach verschenken. Oder verkaufen. Oder einfach weggeben, egal wohin. Vielleicht freut sich jemand anders darüber.

 

Besitz wertschätzen, statt anhäufen

 

Genauso sollte man es mit allen anderen Besitztümern machen. Warum die alte Kommode von Oma behalten, wenn man sie selbst nicht schön findet und nicht nutzen will? Oder schlicht und einfach keinen Platz dafür hat. Es gibt keinen Grund außer einen sentimentalen, sich nicht von ihr zu trennen.

Erinnerungsstücke zu haben ist für viele Menschen sehr wichtig, mich eingeschlossen. Und ich behalte auch einige Dinge, die mir von der Familie vermacht wurden. Aber ich kann nicht alles behalten.Mich erdrückt es, das alles um mich zu haben.

Warum es so erdrückend ist, ist schwer zu erklären. Viel Besitzt birgt eine gewisse Verantwortung Verantwortung in sich. Dass die Oma doch wollte, dass man die Kommode bekommt und sie wertschätzt. Dass man die alten Klamotten nostalgisch ansieht und sich selbst mit der Person die man war, vergleicht. Und sich vielleicht sogar die Pflicht auferlegt, wieder diese Person sein zu wollen.
Das ist unnötiger Druck. Deshalb werde ich mich von einigen sogenannten Schätzen trennen. Um wieder frei atmen zu können. Um gelassener und nicht so eingeschränkt zu sein. Um die Ansprüche, die man dadurch an mich stellt, los zu werden.

„Der Besitz besitzt. – Nur bis zu einem gewissen Grade macht der Besitz den Menschen unabhängiger, freier; eine Stufe weiter – und der Besitz wird zum Herrn, der Besitzer zum Sklaven.“
Friedrich Wilhelm Nietzsche